Vorträge im September

Nach meinem Urlaub im August ging es im September wieder richtig los. Zum einen hatte ich eine Einladung auf der Tagung „Akademischen Wissenskulturen. Praktiken des Lehrens und Forschens vom Mittelalter bis zur Moderne“ der Gesellschaft für Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte (GUW) zu sprechen. Die Tagung fand am KWI in Essen vom 14. – 16. September statt.

Da es um Performanz und Praxis akademischer Wissenskulturen ging, habe ich das Verhältnis von Forschungsinfrastruktur und Forschung am empirischen Beispiel von einigen Entwicklungen, die aktuell unter dem Label E-Science/E-Research/E-Infrastruktur  gefasst werden, diskutiert. Mein Vortrag trug den Titel:

Digital Humanities – Wissenschaft in Arbeit 

Die Fragen, die mich im Vortrag beschäftigten lauteten: Was sind die Möglichkeitsbedingungen für Digital Humanities Entwicklungen? Wann werden welche Wissenspraktiken entweder als Forschung oder als Service begriffen? Wie funktioniert dieses Ordnen von Wissenspraktiken, welche Akteure sind daran beteiligt und welche Effekte sind damit verbunden?

Eine Publikation des Vortrags wird im Tagungsband erscheinen (2012). Die Tagung hat mir einmal wieder gezeigt, wie gut der historische Blick tut ;).
Zu den spannenden Vorträgen kam der wunderbare Umstand, dass die OrganisatorInnen genug Zeit für die Diskussion eingeplant hatten. Wie oft geht man auf Tagungen, die sich einem Diktat der Zeitknappheit unterworfen sehen und nach dem Vortrag kaum mehr Zeit zur Verfügung steht, miteinander ins Gespräch zu kommen. Hier hatte jeder Vortrag eine Stunde zur Verfügung (30 Min. Vortrag und 30 Min. Diskussion). Auch die Pausen waren gut berechnet und so stand das Gespräch im Zentrum der Tagung. Großartig war auch die Exkursion (Essener Dom und die Domschatzkammer, Zeche Zollverein). Das Wetter war herrlich!

Blick in die Umgebung

Zur Tagung am KWI in Essen

 

 

Einen anderen Vortrag habe ich auf der Tagung „Research technologies – Forschungstechnologie“ der Deutschen Gesellschaft für Geschichte der Medizin, Naturwissenschaft und Technik e.V. ( 23.09.2011-25.09.2011) an der  Universität Stuttgart gehalten. In der Sektion „Rechnen als Forschungstechnologie“ am 24.09.11 habe ich zu folgendem Thema gesprochen:

Das Klimarechenzentrum – Ein generischer Ort der Forschungstechnologie des Rechnens (Folien)

Abstract zum Vortrag:

Im November 1987 wurde das Deutsche Klimarechenzentrum in Hamburg als GmbH „überregionale Serviceeinrichtung“ (Rahmenvertrag §2) gegründet. Der Kairos war da: In den 1980er Jahren waren nationale und internationale Klimaforschungsprogramme ins Leben gerufen worden. Die Modellentwicklung, wie sie unter anderem am 1975 gegründeten Max-Planck-Institut für Meteorologie betrieben wurde, erforderte stetig eine wachsende Rechenleistung. Wissenschaftliche und politische Interessen (auch wirtschaftliche Interessen) schossen im Rechenzentrum für die Klimaforschung zusammen: Man  erkannte nicht nur das wissenschaftliche Potential der numerischen Modellentwicklung zur Erkenntnisgewinnung über natürliche Klimaveränderungen und anthropogene Einflüsse, sondern auch die politische Dimension von Szenarienrechnungen als Prognoseinstrumente und wissenschaftlich fundierte Entscheidungshilfen für die Politik.
Das Bundesministerium für Forschung und Technologie (BMFT/später BMBF) war also in den 1980er Jahren bereit, in ein Klimarechenzentrum zu investieren und die Investitionen vollständig sowie den laufenden Betrieb zu 44 Prozent zu tragen. Gleich in der Anfangszeit des DKRZ schlug Klaus Hasselmann (Gründungsdirektor des MPI-M und Wissenschaftlicher Geschäftsführer des DKRZ) vor, eine operationelle Gruppe am DKRZ einzurichten. Aufgabe dieser Gruppe sollte die Unterstützung von Forschern bei der Anwendung von Modellen sowie die Anwendung von Modellen für Szenarienrechnungen zur Beantwortung gesellschaftspolitisch wichtiger Fragen sein – nicht aber die Modellentwicklung, die als wissenschaftliche Aufgabe der Klimaforscher begriffen wurde.
Kaum gegründet, entwickelte sich das Klimarechenzentrum zum Gegenstand der Auseinandersetzung über die Frage, welche Aufgaben aus dem DKRZ heraus zu bewältigen seien, was also das Wesen dieses neuen Klimarechenzentrums auszumachen habe.
In diesem Beitrag wird es anhand der Geschichte des Deutschen Klimarechenzentrums darum gehen, das Konstrukt der Serviceeinrichtung kritisch zu beleuchten. Es wird zu fragen sein, in welchen institutionellen Arrangements sich die Forschungstechnologie Computer-Simulation entwickelte und welche Probleme mit der Institutionalisierung des Klima-Rechnens einhergingen. Abschließen wird es schließlich darum gehen, das Rechenzentrum als generischen Ort der Computer-Simulation zu diskutieren.

Da ich meinen Vortrag nmitgeschnitten habe, folgt eine Audiodatei in Kürze.

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