Workshop „Rechenzentren als Orte der Information – zur Praxeologie von Rechenzentren“

Geschlossener Workshop „Rechenzentren als Orte der Information – zur Praxeologie von Rechenzentren“, organisiert von Michael Resch (HLRS Stuttgart), Sonja Palfner (TU Berlin) und Gabriele Gramelsberger (FU Berlin)

Seit den 1970er Jahren findet ein rapider Wandel in den gesamten Wissenschaften quer zu den Disziplinen statt. Datenhaltungssysteme, Netze und Rechner formen digitale Infrastrukturen mit Hilfe derer auf der Basis von Datenbanken, Softwaresystemen und parallelen Programmierkonzepten die Wissenschaft zur Computational Science wird. Dadurch ändert sich zum einen die Architektur der Wissenschaft: Traditionelle Theorie- und Experimentalinstitute werden durch Computational Departments ergänzt. Immer größer werdende Rechenzentren und schnellere Netzwerke etablieren eine Cyberinfrastruktur (DFN, Gauss Centre for Supercomputing und Gauss Allianz in Deutschland; GEANT, EUDAT und PRACE in Europa; NSF Zentren und Internet2 in den USA), die durch nationale wie internationale Förderprogramme massiv entwickelt wird (D-Grid, HPC Software Initiative des BMBF und Exascale Software Initiative der DFG in Deutschland, PRACE und Exascale Initiative der EU, „Cyberinfrastructure Vision for the 21st Century Discovery“ in den USA).

Zum anderen ändert sich auch die Logik der Wissenschaft: Das gesamte naturwissenschaftliche Wissen wird in Algorithmen transformiert und in Simulationsmodellen zur Anwendung gebracht, um so die Beschränkung auf einfache Probleme zu überwinden. Die Systembiologie, die Strömungsdynamik oder die Materialwissenschaften sind Beispiele hierfür. Doch auch die Geistes- und Sozialwissenschaften werden zunehmend digital erschlossen (Digital Humanities). Für diese Umstrukturierung der Wissenschaften werden gewaltige Budgets aufgewandt. In Deutschland stehen bis 2015 allein für den Ausbau des Höchstleistungsrechnens 400 Mio. Euro zur Verfügung.

Die Computational Sciences verändern nachhaltig den wissenschaftlichen Blick, indem sie neue wissenschaftliche Einsichten ermöglichen, neue Wissenschaftssprachen inaugurieren und neue Topologien wissenschaftlicher Praxis hervorbringen. Aus den sich verändernden Bedingungen und Auswirkungen ergibt sich eine Fülle interdisziplinärer Forschungsfragen.

Der Workshop möchte den interdisziplinären Dialog initiieren, um die unterschiedlichen Forschungszugriffe und -dimensionen, die sich am Thema ‚Rechenzentren‘ stellen, zu diskutieren.

Datum 16.7.2012
Ort HLRS Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart

 

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