Working Papers

Bald endet unser Projekt „E-Science Interfaces“ (wir haben eine kostenneutrale Verlängerung bis Ende Februar 14 erhalten).
Anfang Oktober fand ein kleiner Abschlussworkshop beim DLR in Bonn-Oberkassel zusammen mit Vertretern des Projektträgers und des BMBF statt. Aus C3Grid und TextGrid haben die Projektleiterinnen teilgenommen.
Wir möchten heute die Gelegenheit nutzen, Ihnen die Working Papers, die Ulla Tschida und ich für diesen Workshop vorbereitet hatten, zur Verfügung zu stellen.

Working Papers E-Science Interfaces

Inhalt

Die Working Papers geben einen Überblick über Forschungsergebnisse aus dem Projekt E-Science Interfaces (2010-2013). Ihnen liegen Fragen zugrunde, die in der Projektskizze zum Antrag „E-Science und ihre neuen Interfaces. Technische und institutionelle Transformationen der Wissenschaft und deren forschungspraktische Folgen am Beispiel der Geisteswissenschaften (TextGrid) und der Klimaforschung (C3Grid INAD)“ gestellt wurden.[1]

Ziel

Wir verstehen die Beiträge nicht als Gesamtdarstellung der Ergebnisse. Wir haben Aspekte ausgewählt, von denen wir denken, dass sie für den Diskussionszusammenhang des Abschlussworkshops interessant sind. Sie sind nicht auf eine „Theoriediskussion“ der Wissenschafts-, Technik- und Organisationssoziologie ausgerichtet. Vielmehr haben wir versucht, die empirischen Befunde so aufzubereiten, dass sich handlungspraktische Anknüpfungspunkte für die an Infrastrukturentwicklungen beteiligten internen und externen Akteure (hier TextGrid, C3Grid, DLR und BMBF) ergeben können.

Hintergrund

Forschungsinfrastrukturen werden als Architekturmodelle, als Layer-Modelle, als vertikale und horizontale Gefüge von Basisdiensten, Middleware, Werkzeugen und Communities etc. dargestellt. Aus sozialwissenschaftlicher Perspektive wollen wir sie als sozio-technische Gefüge verstehen.

Beiden Teilstudien liegt ein grundsätzliches Interesse daran zugrunde, Technologien und Institutionen der Wissenschaft auf ihre Sozialität hin zu befragen. Weder sind Technologien neutrale Werkzeuge noch sind Institutionen leere Hüllen. Sie sind an der Wissenschaftskonstruktion, -rekonstruktion und -neukonstruktion, also an dem Ordnen der Wissenschaft, beteiligt. So definiert, sind sich Institutionen und Technologien strukturell ähnlich. …

Interesse? Dann lesen Sie hier weiter.

Interner Abschlussworkshop im Oktober

Unser Begleitforschungsprojekt „Technische und institutionelle Transformationen der Wissenschaft und deren forschungspraktische Folgen am Beispiel der Geisteswissenschaften (TextGrid) und der Klimaforschung (C3-Grid INAD)“ endet in diesem Jahr.

Im Oktober hat aus diesem Grund ein interner Abschlussworkshop mit dem BMBF, dem DLR, C3-Grid INAD und TextGrid stattgefunden. Ziel des eintägigen Workshops war die Ergebnisse des Projektes zu präsentieren und mit den TeilnehmerInnen zu diskutieren. Dabei ging es erstens um Fragen der Verwertbarkeit der Ergebnisse für Forschungsinfrastrukturprojekte der E-Science und Digital Humanities und zweitens um Fragen der Verwertbarkeit für die Governance von Infrastrukturentwicklungen in den Wissenschaften.

Der Einführungsvortrag des Workshops (pdf)

Technik als Denkstil? – E-Infrastrukturen in der Wissenschaft

Dieser Beitrag erscheint 2014.

Palfner, Sonja (im Erscheinen): Technik als Denkstil ? – E-Infrastrukturen in der Wissenschaft, in: Kaminski, Andreas/Gelhard, Andreas (Hrsg.): Zur Philosophie informeller Technisierung, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.

 

Auszug aus der Einleitung:

Denkstil ist nicht nur diese oder jene Färbung der Begriffe und diese oder jene Art sie zu verbinden. Er ist bestimmter  Denkzwang und noch mehr: die Gesamtheit geistiger Bereitschaften, das Bereitsein für solches und nicht anderes Sehen und Handeln. Die Abhängigkeit der wissenschaftlichen Tatsache vom Denkstil ist evident. (Fleck 1980: 85)

 The era of eHumanities has arrived. No longer consigned to manuscript, memory or museums, digitisation is transferring the humanities to our computers. (Grid Talk 2009)

 

Was mag es bedeuten, wenn die Geisteswissenschaften in den Computer wandern? Was wird aus dem forschenden Denken? Kann in diesem Zusammenhang von Technik als Denkstil überhaupt die Rede sein? Damit ist angedeutet, dass es in diesem Beitrag nicht zuvörderst um Technik im Sinne der Maschine, einer Apparatur geht, auch wenn der Computer zweifelsohne als elektronische Maschine von zentraler Stellung zu sehen ist.[1] Auch Verhaltensweisen, wenn diese standardisierten Handlungsabläufen und Verfahrensweisen entsprechen – hier ist der Begriff der Sozialtechnik gebräuchlich –, sind im Folgenden nicht zentral gemeint. Vielmehr geht es mir um das Befragen einer Beziehung, die vielleicht befremdlich erscheint, möglicherweise ein gewisses Unbehagen hervorruft – die Beziehung zwischen Technik und Denken in einer ganz spezifischen Form: nämlich Technik als Denkstil. Diese Fokussierung ist der Tatsache geschuldet, dass weder Maschinen-Technik noch Verhaltenstechnik ein Unbehagen in uns auszulösen vermögen: Auch wenn es immer wieder Debatten über das Für und Wider bestimmter Techniken gibt – man denke an die Debatten in den1990er Jahren über Gentechnik – ist der Technikbegriff auf Apparate angewandt nicht strittig. Wohl auch, weil wir von ihnen überall umgeben sind. Wir scheinen sie wie Luft zum atmen zu benötigen (Autos, Computer, Fernseher, etc.). Sie dringen in unser Handeln ein, bspw. verändern sie unserer Art zu kommunizieren (in der U-Bahn schauen die Menschen nicht mehr auf ihre Füße, sondern sie hantieren mit ihren Smart Phones). Auch auf standardisierte Verfahrens- und Verhaltensweisen angewandt, löst der Technikbegriff wohl kein Erstaunen aus (Lehrtechniken in der Pädagogik, Managementtechniken in Unternehmen etc.). Bezogen auf die Wissenschaft sieht es nicht anders aus: Je nach Disziplin und Forschungsgegenstand spielen komplexe Apparaturen eine zentrale Rolle und ohne Computer und das Internet kann man sich den forschenden Alltag kaum mehr vorstellen. Ebenso prägen Standards (bspw. für Publikationen) und formalisierte Verfahrensweisen (bspw. im methodischen Vorgehen) das Tun des Wissenschaftlers in seinem Alltag.

Aber können wir sinnvoll sagen, dass Technik im Denken selbst situiert werden kann, also im Prozess des Denkens und nicht nur als Inhalt der Gedanken? Genau darin besteht meine Frage im Folgenden, welcher ich anhand der Wissenschaft nachgehen werde. Und hierzu führe ich den Begriff des Denkstils von Ludwik Fleck ein.[2]


[1] An dieser Stelle soll an die enorme Geschwindigkeit der IT-Entwicklung erinnert werden. Der Computer ist heute ganz selbstverständlich aus weiten Teilen der Wissenschaften nicht mehr wegzudenken. Aber noch in den 1970er Jahren sah dies ganz anders aus, wie folgendes Zitat zeigt: „Die Nutzung der Geräte breitete sich außerhalb von technischen, naturwissenschaftlichen und wirtschaftswissenschaftlichen Fächern nur langsam aus. Noch 1965 musste man die Wissenschaftler informieren, wofür Rechenanlagen eingesetzt wurden, und sie überzeugen, dass sich mit ihnen neue Aufgaben lösen ließen und die Ergebnisse schneller vorlagen. Selbst 1977 notierte der britische Informatiker Sir C.A.R. Hoare, dass die meisten Wissenschaftler vordem nie einen Computer gesehen hatten und – mehr noch – die meisten erwarteten auch nicht einen zu sehen“ (Grosse et al.  2009: 9-10).

[2] Dabei sollen die beiden anderen Vorstellungen von Technik, erstens als Maschine und zweitens als Verhalten, nicht ausgeblendet werden, da davon ausgegangen werden kann, dass alle drei Techniken in einem wechselseitigen Konstitutionsverhältnis stehen und ihre Beziehung sich nicht in einem Ursache-Wirkungs-Schema trivialisieren lässt. Technik als Dispositiv, Medium, Infrastruktur oder soziotechnisches System zu definieren, verweist auf Technik als „dynamischen Vermittlungszusammenhang […] worin sich etwas abspielt (Modus) und durch das bestimmte Weichen gestellt werden (Dispositive), die sowohl als Bedingung der Möglichkeit von (etwas) fungieren als auch auf die Beschränkungen verweisen, die damit verbunden sind“ (Gamm 2005: 19).

Reflexive Räume in Forschungsinfrastrukturen – gestalten, öffnen, nutzen

Unser Projekt endet im Oktober 2013. Wir haben jetzt einen Antrag auf eine kostenneutrale Verlängerung für vier Monate gestellt.

Ziele:

In den beantragten vier Monaten werden zwei Ziele verfolgt.

  • Erstens soll der Ergebnisworkshop, der im Oktober mit dem DLR, dem BMBF und den Akteuren aus TextGrid und C3-Grid INAD stattfinden wird, ausgewertet werden. Dabei stehen erstens Fragen der Verwertbarkeit der Ergebnisse für Infrastrukturprojekte und zweitens Fragen der Verwertbarkeit für die Governance von Infrastrukturentwicklungen in den Wissenschaften im Zentrum des Interesses.
  • Die Ergebnisse dieser Auswertung und die Ergebnisse des Begleitforschungsprojektes sollen zweitens in die Konzeption und Gestaltung eines Moduls „Reflexive Räume in Forschungsinfrastrukturen – gestalten, öffnen, nutzen“ fließen. Die Konzeption und Gestaltung des Moduls „Reflexive Räume in Forschungsinfrastrukturen – gestalten, öffnen, nutzen“ wird den größten Anteil an den beantragten vier Monaten haben.

Inhaltliche Begründung:

Was ist unter einem solchen Modul zu verstehen und warum ist ein solches Modul in Infrastrukturentwicklungen erforderlich?

Ein Ergebnis des Begleitforschungsprojektes ist, dass Forschungsinfrastrukturprojekte – wie sie durch das BMBF gefördert werden – innerhalb ihrer Projektmodi keinen Raum besitzen, in welchem die Entwicklungen von den beteiligten Akteuren reflektiert werden können. Infrastrukturentwicklung ist ein komplexer und heterogener Prozess. Es wird nicht nur Technik entwickelt, sondern Infrastrukturentwicklung ist auch ein sozialer Prozess. Im Projektalltag ist jedoch für diese Dimension kaum Zeit und Raum. Ein Grund hierfür ist erstens, dass innerhalb der Projekte keine Instanz integriert ist, die über Kompetenzen aus dem Bereich der Wissenschaftsforschung verfügt. Dieses Wissen z. B. über Dynamiken in sozio-technischen Systemen und über Problemdimensionen heterogener Akteurskonstellationen wäre notwendig, um die reflexive Perspektive auf Infrastrukturentwicklung zu fördern. Dies kann nicht von Seiten der beteiligten IT-Experten, der Fachwissenschaftler oder des Managements erfolgen, da sie nicht über die Expertise der Wissenschaftsforschung verfügen. Konkret haben wir in unserem Begleitforschungsprojekt die Erfahrung gemacht, dass ein solches Angebot als bereichernd empfunden wird. Wir haben einen zweitägigen Workshop mit Teilnehmern aus TextGrid und C3-Grid INAD veranstaltet (siehe https://escience-interfaces.net/publikationen/). Dabei hat sich gezeigt, dass die Wissenschaftsforschung Konzepte und Perspektiven auf Forschungsinfrastrukturentwicklung bereitstellen und auch so aufbereiten kann, dass das Wissen von den Teilnehmern als wertvoll empfunden wird und zur Verbesserung der Projekte beitragen kann. Ein Teilnehmer äußerte beispielsweise, dass es für das eigene Infrastrukturentwicklungsprojekt gut gewesen wäre, wenn es einen solchen Workshop schon viel früher gegeben hätte. Insgesamt ist der Workshop von allen Teilnehmenden als eine Bereicherung empfunden worden.

Neben der fehlenden Expertise zur Öffnung eines reflexiven Raums ist vor allem ein Phänomen für das fehlen dieses reflexiven Raumes verantwortlich, das der Soziologe Luhmann als „Vordringlichkeit des zeitlich Befristeten“ beschrieben hat. Damit ist gemeint, dass alle Tätigkeiten, die nicht durch Termine und Fristigkeiten strukturiert sind, aus dem Arbeitsablauf ausgeschlossen werden. Zwar widmet sich Luhmann der Knappheit der Zeit in der politischen Planung, aber man kann seine Charakterisierung des Zeitproblems auf die in unserem Begleitforschungsprojekt untersuchten Infrastrukturentwicklungsprojekte übertragen. In Infrastrukturprojekten, die durch Milestones und Deliverables strukturiert sind und die in ihre Struktur keine Zeit für einen reflexiven Raum eingeplant haben, fällt dieser weg. Damit ist nicht gesagt, dass man sich nicht auf der Leitungsebene weiterführende Gedanken über die Infrastrukturentwicklung macht oder dass einzelne Akteure nicht darüber reflektieren. Aber es fehlt an einem zusätzlichen Angebot zur Erweiterung des eigenen Blicks, der in den Routinen des Arbeitsalltags spezifisch gelenkt wird. Daraus ergibt sich die Schlussfolgerung, dass Infrastrukturentwicklung einen reflexiven Raum in die eigene Projektstruktur integrieren sollte. Das zu erarbeitende Modul soll genau hierfür eine Möglichkeit bieten und die Expertise der Wissenschaftsforschung für Forschungsinfrastrukturen und ihr Gelingen bereitstellen.

Produkt:

Das Modul „Reflexive Räume in Forschungsinfrastrukturen – gestalten, öffnen, nutzen“ wird aus verschiedenen Einheiten bestehen: Erstens sollen sozialwissenschaftliche Texte mit relevanten Konzepten aus der Wissenschaftsforschung so aufbereitet werden, dass sie von fachfremden Akteuren auf die eigenen Problematiken in Forschungsinfrastrukturentwicklungen übertragen werden können.

Zweitens wird auf der Grundlage der empirischen Ergebnisse unseres Begleitforschungsprojektes Material generiert, das zur Reflexion der Prozesse in heterogenen Akteurskonstellationen einläd und für die sozialen Dynamiken sensibilisiert.

Unterschiedliche didaktische Formate werden für die Bearbeitung des Materials vorgestellt und zur Verfügung gestellt.

Adressaten:

Das Modul wird Forschungsinfrastrukturprojekten und Kompetenzzentren Lehr-Lern-Einheiten zur Verfügung stellen, die von Forschungsinfrastruktur-Akteuren zur Durchführung von Workshops genutzt werden können. Im Bereich der Geisteswissenschaften werden die Forschungsinfrastrukturen TextGrid, Clarin und Dariah adressiert. Ein weiterer möglicher Adressat sind die Digital Humanities Kompetenzzentren.

Das Modul so vorbereitet, dass die Inhalte durch die Projekte ohne fremde Hilfe benutzt werden können.

Da davon auszugehen ist, dass nicht alle Infrastrukturprojekte die gleichen Probleme und Herausforderungen besitzen, wird das Modul so aufgebaut, dass die Modul-Einheiten einzeln und je nach Bedarf eingesetzt werden können.

Vortragsankündigung

13.06.2013
eScience Saxony Lectures
E-Science Interfaces – Digitale Infrastrukturentwicklungen und die Wissenschaften |

Vortrag Dr. Sonja Palfner, TU Berlin, Zentrum Technik und Gesellschaft | 18 Uhr, Vortragssaal der SLUB, Zellescher Weg 18, Dresden

 

Info zur Vortragsreihe:

„Seit Beginn des Wintersemesters 2012/2013 findet eine regelmäßige Vortragsreihe im Rahmen des eScience-Forschungsnetzwerk Sachsen statt. Sie greift Themen, Trends und Fragestellungen digital unterstützter Wissenschaft auf und stellt innovative Projekte, erfolgreiche Anwendungen sowie aktuelle Forschungsergebnisse vor. Die Vortragsreihe versteht sich als Ort der Begegnung relevanter Akteure aus Theorie und Praxis und bietet eine Plattform zur Information und kritischen Diskussion. Die Teilnahme ist kostenlos und offen für alle Interessierten. Zudem kann ein Livestream jeder Veranstaltung über das Internet mitverfolgt bzw. im Nachgang der Veranstaltung online abgerufen werden. Die „eScience Saxony Lectures“ sind Teil des durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) und den Freistaat Sachsen geförderten Projekts „eScience – Forschungsnetzwerk Sachsen“.“ (http://www.escience-sachsen.de/?page_id=1211)

Zukunft der Wissenschaftsforschung

Eine wichtige Initiative in den Sozialwissenschaften:

Memorandum

Die Zukunft der sozialwissenschaftlichen

Wissenschaftsforschung in Deutschland sichern

 

Weitere Informationen:

http://www.zukunft-wissenschaftsforschung.net/index.html

„Happy Birthday DKRZ!“

Das Deutsche Klimarechenzentrum hat sein 25-jähriges Bestehen mit einem Symposium und einem Workshop in Hamburg gefeiert (25.2.-26.2.13).

Die Festschrift anlässlich des 25-jährigen Bestehens des DKRZ ist auf der Webseite des DKRZ zum Download verfügbar!

Bild von Michael Böttinger (DKRZ) 2013

Bild von Michael Böttinger (DKRZ) 2013

UPDATE 2013

Begleitforschungsprojekt (Update pdf)

Technische und institutionelle Transformationen der Wissenschaft und deren forschungspraktische Folgen am Beispiel der Geisteswissenschaften (TextGrid) und der Klimaforschung (C3-Grid INAD)

Unser Projekt ist im dritten Jahr angekommen! An dieser Stelle präsentieren wir die geleistete Arbeit und geben einen Ausblick auf die kommenden Monate bis zum Projektende Oktober 2013.

1. Materialerhebung

1.1 Interviews
Insgesamt sind 42 Interviews zu je ca. 120 Min. durchgeführt worden. Wir verfügen also über ein Interviewmaterial von ca. 84 Stunden. Die letzten Transkripte werden zur Zeit überarbeitet und an die Partner zur Freigabe versandt. Wir bedanken uns bei allen Interviewpartnern für Ihre Zeit und Ihre Gesprächsbereitschaft!

1.2 Beobachtungen
TextGrid: Beobachtung mit dem Ende der zweiten Förderphase (Mai 2012) abgeschlossen.
C3-Grid: Beobachtung läuft noch bis zum Ende der zweiten Förderphase Ende 2013.
Fokus der Beobachtungen sind inhaltliche Themen von Techniker- und Konsortialtreffen.

2. Modifikation in der Erhebung
Aus der Materialsichtung (Interviews und Beobachtung) hat sich ergeben, dass eine dritte Interviewrunde zur zweiten Förderphase von TextGrid und C3-Grid INAD nicht notwendig ist. Erstens wurden viele Aspekte bereits in den vorangegangenen Interviews angesprochen (Vermischung der Phasen). Zweitens liegen uns umfassende Beobachtungsdaten zur zweiten Förderphase vor. Drittens sind unsere Ressourcen für eine weitere Erhebung und Auswertung, zusätzlich zum bereits gesammelten Material, knapp.
Für die anstehenden Analysen ist das bislang erhobene Material ausreichend.

3. Auswertung
Erste analytische Sichtungen und Auswertungen haben 2012 begonnen. Der Schwerpunkt der Arbeit in 2013 liegt auf der systematischen Auswertung des Materials.

Es liegen bereits erste Publikationen vor:
Tschida, Ulla (im Erscheinen): Auf der Suche nach dem Artefakt. Zur Materialität von Infrastruktur-Entwicklung, in: Praxeologie. Praxistheorien als Konzepte interdisziplinären Forschens. Tagungsband des SFB ‚Materiale Textkulturen‘.

Palfner, Sonja/Tschida, Ulla (im Erscheinen): Digitale Humanities – Wissenschaft in Arbeit, in: Kintzinger, Martin/Steckel, Sita (Hrsg.): Akademische Wissenskulturen. Praktiken des Lehrens und Forschens vom Mittelalter bis zur Moderne, Ostfildern: Schwabe Verlag.

Palfner, Sonja (2012): Das Deutsche Klimarechenzentrum – Kartographie eines Rechenraumes, in: Hentschel, Klaus (Hrsg.): Zur Geschichte von Forschungstechnologien: Generizität, Interstitialität & Transfer, Diepholz: GNT-Verlag, S. 455-477.

Palfner, Sonja/Tschida, Ulla (2012): Grid: Technologie und soziale Praxis, in: TECHNIKFOLGENABSCHÄTZUNG – Theorie und Praxis 21 (2): S. 50-54. Online verfügbar: http://www.itas.fzk.de/tatup/122/pats12a.htm

Palfner, Sonja/Gramelsberger, Gabriele (2012): Rechenzentrum, in: Marquardt, Nadine/Schreiber, Verena (Hrsg.): Ortsregister. Ein Glossar zu Räumen der Gegenwart, Bielefeld: transcript, S. 231-223.

4. Weitere Aktivitäten

Im Mai 2012  hat eine Präsentation des Begleitforschungsprojektes “E-Science Interfaces” im Kontext des TextGrid Summit  in Darmstadt stattgefunden. Hier wurde der Stand des Projektes vorgestellt und es wurden einige inhaltliche Aspekte mit Partnern aus TextGrid und dem Projektträger (DLR) diskutiert.

Zudem wurden erste Ergebnisse im Rahmen des internen Workshops „Begleitforschung trifft TextGrid und C3-Grid INAD“ am 26.-27.11.2012 den Projektpartnern präsentiert und gemeinsam diskutiert.

5. Nächste Schritte bis Projektschluss

Das Projekt endet zum 31.10.2013. Wie planmäßig vorgesehen, findet 2013 die Auswertung der empirischen Daten inhaltsanalytisch statt.
Dies geschieht in zwei Teilprojekten:
Das erste Teilprojekt beschäftigt sich mit einer sozialwissenschaftlichen Analyse der technischen (Infra)Strukturen, die in den beiden Projekten entwickelt werden.
Das zweite Teilprojekt analysiert den Institutionalisierungs- und Organisationsprozess in C3-Grid und TextGrid.

Im Oktober 2013 wird es voraussichtlich einen  internen Ergebnisworkshop mit den Projektpartnern aus TextGrid und C3-Grid INAD sowie dem BMBF und dem Projektträger DLR geben.

Außerdem ist eine Abschlusskonferenz zum Stand der sozialwissenschaftlichen Infrastrukturforschung  geplant.

„Das Deutsche Klimarechenzentrum – Kartographie eines Rechenraumes“ erschienen

Mein Beitrag zur Geschichte des Deutschen Klimarechenzentrums ist jetzt hier erschienen:

Klaus Hentschel (Hrsg.)
Zur Geschichte von Forschungstechnologien
Herausgegeben von Klaus Hentschel
Generizität – Interstitialität – Transfer
492 Seiten, 50 Abb., Gb., 45,00 Euro
ISBN 978-3-86225-105-6

„Grid: Technologie und soziale Praxis“ erschienen

Artikel erschienen!

Palfner, Sonja; Tschida, Ulla (2012): Grid: Technologie und soziale Praxis. In: TECHNIKFOLGENABSCHÄTZUNG – Theorie und Praxis 21 (2): S. 50-54.

Online verfügbar