Interner Abschlussworkshop im Oktober

Unser Begleitforschungsprojekt „Technische und institutionelle Transformationen der Wissenschaft und deren forschungspraktische Folgen am Beispiel der Geisteswissenschaften (TextGrid) und der Klimaforschung (C3-Grid INAD)“ endet in diesem Jahr.

Im Oktober hat aus diesem Grund ein interner Abschlussworkshop mit dem BMBF, dem DLR, C3-Grid INAD und TextGrid stattgefunden. Ziel des eintägigen Workshops war die Ergebnisse des Projektes zu präsentieren und mit den TeilnehmerInnen zu diskutieren. Dabei ging es erstens um Fragen der Verwertbarkeit der Ergebnisse für Forschungsinfrastrukturprojekte der E-Science und Digital Humanities und zweitens um Fragen der Verwertbarkeit für die Governance von Infrastrukturentwicklungen in den Wissenschaften.

Der Einführungsvortrag des Workshops (pdf)

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Technik als Denkstil? – E-Infrastrukturen in der Wissenschaft

Dieser Beitrag erscheint 2014.

Palfner, Sonja (im Erscheinen): Technik als Denkstil ? – E-Infrastrukturen in der Wissenschaft, in: Kaminski, Andreas/Gelhard, Andreas (Hrsg.): Zur Philosophie informeller Technisierung, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.

 

Auszug aus der Einleitung:

Denkstil ist nicht nur diese oder jene Färbung der Begriffe und diese oder jene Art sie zu verbinden. Er ist bestimmter  Denkzwang und noch mehr: die Gesamtheit geistiger Bereitschaften, das Bereitsein für solches und nicht anderes Sehen und Handeln. Die Abhängigkeit der wissenschaftlichen Tatsache vom Denkstil ist evident. (Fleck 1980: 85)

 The era of eHumanities has arrived. No longer consigned to manuscript, memory or museums, digitisation is transferring the humanities to our computers. (Grid Talk 2009)

 

Was mag es bedeuten, wenn die Geisteswissenschaften in den Computer wandern? Was wird aus dem forschenden Denken? Kann in diesem Zusammenhang von Technik als Denkstil überhaupt die Rede sein? Damit ist angedeutet, dass es in diesem Beitrag nicht zuvörderst um Technik im Sinne der Maschine, einer Apparatur geht, auch wenn der Computer zweifelsohne als elektronische Maschine von zentraler Stellung zu sehen ist.[1] Auch Verhaltensweisen, wenn diese standardisierten Handlungsabläufen und Verfahrensweisen entsprechen – hier ist der Begriff der Sozialtechnik gebräuchlich –, sind im Folgenden nicht zentral gemeint. Vielmehr geht es mir um das Befragen einer Beziehung, die vielleicht befremdlich erscheint, möglicherweise ein gewisses Unbehagen hervorruft – die Beziehung zwischen Technik und Denken in einer ganz spezifischen Form: nämlich Technik als Denkstil. Diese Fokussierung ist der Tatsache geschuldet, dass weder Maschinen-Technik noch Verhaltenstechnik ein Unbehagen in uns auszulösen vermögen: Auch wenn es immer wieder Debatten über das Für und Wider bestimmter Techniken gibt – man denke an die Debatten in den1990er Jahren über Gentechnik – ist der Technikbegriff auf Apparate angewandt nicht strittig. Wohl auch, weil wir von ihnen überall umgeben sind. Wir scheinen sie wie Luft zum atmen zu benötigen (Autos, Computer, Fernseher, etc.). Sie dringen in unser Handeln ein, bspw. verändern sie unserer Art zu kommunizieren (in der U-Bahn schauen die Menschen nicht mehr auf ihre Füße, sondern sie hantieren mit ihren Smart Phones). Auch auf standardisierte Verfahrens- und Verhaltensweisen angewandt, löst der Technikbegriff wohl kein Erstaunen aus (Lehrtechniken in der Pädagogik, Managementtechniken in Unternehmen etc.). Bezogen auf die Wissenschaft sieht es nicht anders aus: Je nach Disziplin und Forschungsgegenstand spielen komplexe Apparaturen eine zentrale Rolle und ohne Computer und das Internet kann man sich den forschenden Alltag kaum mehr vorstellen. Ebenso prägen Standards (bspw. für Publikationen) und formalisierte Verfahrensweisen (bspw. im methodischen Vorgehen) das Tun des Wissenschaftlers in seinem Alltag.

Aber können wir sinnvoll sagen, dass Technik im Denken selbst situiert werden kann, also im Prozess des Denkens und nicht nur als Inhalt der Gedanken? Genau darin besteht meine Frage im Folgenden, welcher ich anhand der Wissenschaft nachgehen werde. Und hierzu führe ich den Begriff des Denkstils von Ludwik Fleck ein.[2]


[1] An dieser Stelle soll an die enorme Geschwindigkeit der IT-Entwicklung erinnert werden. Der Computer ist heute ganz selbstverständlich aus weiten Teilen der Wissenschaften nicht mehr wegzudenken. Aber noch in den 1970er Jahren sah dies ganz anders aus, wie folgendes Zitat zeigt: „Die Nutzung der Geräte breitete sich außerhalb von technischen, naturwissenschaftlichen und wirtschaftswissenschaftlichen Fächern nur langsam aus. Noch 1965 musste man die Wissenschaftler informieren, wofür Rechenanlagen eingesetzt wurden, und sie überzeugen, dass sich mit ihnen neue Aufgaben lösen ließen und die Ergebnisse schneller vorlagen. Selbst 1977 notierte der britische Informatiker Sir C.A.R. Hoare, dass die meisten Wissenschaftler vordem nie einen Computer gesehen hatten und – mehr noch – die meisten erwarteten auch nicht einen zu sehen“ (Grosse et al.  2009: 9-10).

[2] Dabei sollen die beiden anderen Vorstellungen von Technik, erstens als Maschine und zweitens als Verhalten, nicht ausgeblendet werden, da davon ausgegangen werden kann, dass alle drei Techniken in einem wechselseitigen Konstitutionsverhältnis stehen und ihre Beziehung sich nicht in einem Ursache-Wirkungs-Schema trivialisieren lässt. Technik als Dispositiv, Medium, Infrastruktur oder soziotechnisches System zu definieren, verweist auf Technik als „dynamischen Vermittlungszusammenhang […] worin sich etwas abspielt (Modus) und durch das bestimmte Weichen gestellt werden (Dispositive), die sowohl als Bedingung der Möglichkeit von (etwas) fungieren als auch auf die Beschränkungen verweisen, die damit verbunden sind“ (Gamm 2005: 19).

Digital Humanities Berlin – zum Herstellen, Finden und Ergreifen von Möglichkeiten

Letzte Woche fand in Berlin der erste Workshop der Initiative „Digital Humanities Berlin“ statt,
die sich in den nächsten zwei Jahren -mit Unterstützung der Einstein-Stiftung – mit möglichen Inhalten und organisationalen Formen eines Berliner Standortes für die Digital Humanities auseinandersetzen wird.

Wie Dirk Wintergrün zusammenfasste, sind in Berlin zahlreiche Institutionen, Kompetenzen und Ressourcen vertreten, die sich mit unterschiedlichen fachlichen und technischen Schwerpunkten im Bereich der Digital Humanities engagieren. Diese fachliche und technische Expertise vor Ort zu bündeln, Synergien zu nutzen statt in Parallel-Entwicklungen zu investieren, und mögliche Formen einer Verstetigung der DH-Aktivitäten auszuloten, ist mit eine Motivation der Einstein-Zirkel-Runde.

Die Auftaktveranstaltung fragte nun nach „Modellen, Erfahrungen und Perspektiven“ und hatte dazu Vertreter bereits etablierter DH-Zentren in Deutschland für einen Erfahrungs-und Meinungsaustausch eingeladen. Nicht die Technik war Thema, sondern Netzwerke, Kooperationen, Strategien und Möglichkeiten – es ging um einen sozialen, organisationalen und nicht zuletzt politischen Rahmen, in dem der Forschungs-, Lehr- und Service-Charakter der Digital Humanities umgesetzt werden kann.

Claudine Moulin (für das Trier Center for Digital Humanities), Patrick Sahle (für das Cologne Center for eHumanities) sowie Gerhard Lauer (für das Göttinger Centre for Digital Humanities) hatten sich bereit erklärt, die jeweiligen Kompetenzen, Dienstleistungen und Strategien vorzustellen und vorallem ihren Erfahrungsschatz in der praktischen Verstetigungsarbeit eines Zentrums mit den Berliner Kollegen zu teilen.

Interdisziplinäre Kooperationen auf lokaler, regionaler und internationaler Ebene, Aufklärungs- und Beratungsarbeit für Fachkollegen und die Zusammenarbeit mit lokalen Infrastruktur-Anbietern wie Bibliotheken, Rechenzentren, IT-Abteilungen sind grundlegende Bestandteile der jeweiligen Programme. Die Kompetenzen reichen von Tool-und Infrastrukturentwicklung über spezielle DH-Methoden wie Kodierung, quantitativer und qualitativer Erschließung oder nachhaltiger Bereitstellung digitaler Korpora bis hin zum Management/Akquise von Drittmitteln, der administrativen und rechtlichen Durchführung von Projekten, und dem Support und Beratung für geisteswissenschaftliche Projekte, die ihr Forschungsvorhaben mit einer „digitalen Komponente“ umsetzen wollen (oder zunehmend müssen). Die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist ebenfalls ein wichtiges Anliegen der Zentren. Auch hier variiert die Umsetzung, von der Entwicklung einzelner Module für Hörer aller Fakultäten bis hin zur Konzeption und Durchführung akkreditierter Studiengänge eines B.A./M.A. in Digital Humanities.  

Wie Claudine Moulin es zu Beginn ihres Vortrags auf den Punkt brachte, geht es bei der praktischen Operationalisierung einer Zentrums-Idee nicht nur um langfristige Visionen, sondern ganz konkret um Geld und Stellen. Die operativen und strategischen Möglichkeiten, innovative Ideen auszuprobieren (und auch ggf. zu scheitern), engagierte Mitarbeiter zu halten und zu fördern oder technische bzw. fachwissenschaftliche Schwerpunkte zu setzen, hängen stark von den Bedingungen ab, die eine Drittmittel-Finanzierung vorgibt. Das Ergreifen von Möglichkeiten im richtigen Moment, eine Organisationsform, die es erlaubt, mit und an den wechselnden Anforderungen zu wachsen, die Relevanz einer Professur, um das unstete „Drittmittel-Geschäft“ in der Forschung zu verankern, aber auch die pragmatische Einsicht, “ …man muss nicht alle glücklich machen …“ waren nur einige der Erfahrungen, über die berichtet wurde.

In der anschließenden Diskussion wurden sowohl mögliche regionale als auch inhaltliche Schwerpunkte eines Berliner Standortes diskutiert. Auf Interesse stieß insbesondere die Verknüpfung mit dem osteuropäischen Raum als auch der mögliche inhaltliche Schwerpunkt auf die „Materialität des Objekts“ in einer digitalen bzw. digitalisierten Forschung. Viel Raum nahm auch die Diskussion über Möglichkeiten und Strategien hinsichtlich der Einbindung und Zusammenführung der unterschiedlichen Interessen ein, sowohl der „big player“ als auch der einzelnen „grassroot-Projekte“. Was den Berliner Standort besonders macht, nämlich die zahlreichen etablierten Institutionen wie Museen, Archive, die BBAW oder die beiden Universitäten HU und FU, stellt gleichzeitig eine besondere Herausforderung dar, wenn es um die Identifikation und das Formulieren gemeinsamer Interessen geht. Die Organisation einer möglichen Form der nachhaltigen Zusammenarbeit steht nicht zuletzt unter einer forschungspolitischen Agenda und erfordert die Positionierung der einzelnen Institutionen hinsichtlich einer gemeinschaftlichen Ressourcennutzung für Forschung, Lehre und Dienstleistungen in den Geistes-und Kulturwissenschaften.

Egal, aus welcher Perspektive man sich dem Phänomen der Digital Humanities nähert – als junges Forschungsfeld mit eigenen Forschungsfragen, als Form einer sozialen Bewegung, die sich über einen gemeinsamen Diskurs zur Innovation von Inhalten und Methoden geisteswissenschaftlicher Fragestellungen definiert, oder als eine Form der Ausdifferenzierung von Forschung und Service, –  es ist in jedem Fall eine höchst dynamische Gemengelage, die sich durch Enthusiasmus und Engagement der unterschiedlichsten Akteure, aber auch durch kritische Widerstände aus den einzelnen Fachgemeinschaften auszeichnet. Unabhängig davon, welche konkrete organisationale oder institutionelle Form einer Zusammenarbeit eines Tages entstehen mag – es wird ein Rahmen sein, in dem sich Forschung, IT-Entwicklung und Dienstleistung wechselseitig beeinflussen. Die Gestaltung dieses Rahmens wird nicht allein durch die Möglichkeiten der Technik und Technologien bestimmt, sondern auch durch die Möglichkeiten und Bedingungen aller Beteiligten, ihre Ressourcen wie Kompetenzen, Tools oder Daten anderen zur Verfügung zu stellen. Das ist und bleibt eine spannende Entwicklung der bislang eher solitär arbeitenden Geisteswissenschaften.

Der nächste Workshop wird voraussichtlich am 11.10.2013 zum Thema „Das materielle Objekt in der digitalen Welt“ stattfinden. Weitere aktuelle Informationen zu Veranstaltungen und Projekten finden sich auf der Webseite des Zirkels.

Reflexive Räume in Forschungsinfrastrukturen – gestalten, öffnen, nutzen

Unser Projekt endet im Oktober 2013. Wir haben jetzt einen Antrag auf eine kostenneutrale Verlängerung für vier Monate gestellt.

Ziele:

In den beantragten vier Monaten werden zwei Ziele verfolgt.

  • Erstens soll der Ergebnisworkshop, der im Oktober mit dem DLR, dem BMBF und den Akteuren aus TextGrid und C3-Grid INAD stattfinden wird, ausgewertet werden. Dabei stehen erstens Fragen der Verwertbarkeit der Ergebnisse für Infrastrukturprojekte und zweitens Fragen der Verwertbarkeit für die Governance von Infrastrukturentwicklungen in den Wissenschaften im Zentrum des Interesses.
  • Die Ergebnisse dieser Auswertung und die Ergebnisse des Begleitforschungsprojektes sollen zweitens in die Konzeption und Gestaltung eines Moduls „Reflexive Räume in Forschungsinfrastrukturen – gestalten, öffnen, nutzen“ fließen. Die Konzeption und Gestaltung des Moduls „Reflexive Räume in Forschungsinfrastrukturen – gestalten, öffnen, nutzen“ wird den größten Anteil an den beantragten vier Monaten haben.

Inhaltliche Begründung:

Was ist unter einem solchen Modul zu verstehen und warum ist ein solches Modul in Infrastrukturentwicklungen erforderlich?

Ein Ergebnis des Begleitforschungsprojektes ist, dass Forschungsinfrastrukturprojekte – wie sie durch das BMBF gefördert werden – innerhalb ihrer Projektmodi keinen Raum besitzen, in welchem die Entwicklungen von den beteiligten Akteuren reflektiert werden können. Infrastrukturentwicklung ist ein komplexer und heterogener Prozess. Es wird nicht nur Technik entwickelt, sondern Infrastrukturentwicklung ist auch ein sozialer Prozess. Im Projektalltag ist jedoch für diese Dimension kaum Zeit und Raum. Ein Grund hierfür ist erstens, dass innerhalb der Projekte keine Instanz integriert ist, die über Kompetenzen aus dem Bereich der Wissenschaftsforschung verfügt. Dieses Wissen z. B. über Dynamiken in sozio-technischen Systemen und über Problemdimensionen heterogener Akteurskonstellationen wäre notwendig, um die reflexive Perspektive auf Infrastrukturentwicklung zu fördern. Dies kann nicht von Seiten der beteiligten IT-Experten, der Fachwissenschaftler oder des Managements erfolgen, da sie nicht über die Expertise der Wissenschaftsforschung verfügen. Konkret haben wir in unserem Begleitforschungsprojekt die Erfahrung gemacht, dass ein solches Angebot als bereichernd empfunden wird. Wir haben einen zweitägigen Workshop mit Teilnehmern aus TextGrid und C3-Grid INAD veranstaltet (siehe https://escience-interfaces.net/publikationen/). Dabei hat sich gezeigt, dass die Wissenschaftsforschung Konzepte und Perspektiven auf Forschungsinfrastrukturentwicklung bereitstellen und auch so aufbereiten kann, dass das Wissen von den Teilnehmern als wertvoll empfunden wird und zur Verbesserung der Projekte beitragen kann. Ein Teilnehmer äußerte beispielsweise, dass es für das eigene Infrastrukturentwicklungsprojekt gut gewesen wäre, wenn es einen solchen Workshop schon viel früher gegeben hätte. Insgesamt ist der Workshop von allen Teilnehmenden als eine Bereicherung empfunden worden.

Neben der fehlenden Expertise zur Öffnung eines reflexiven Raums ist vor allem ein Phänomen für das fehlen dieses reflexiven Raumes verantwortlich, das der Soziologe Luhmann als „Vordringlichkeit des zeitlich Befristeten“ beschrieben hat. Damit ist gemeint, dass alle Tätigkeiten, die nicht durch Termine und Fristigkeiten strukturiert sind, aus dem Arbeitsablauf ausgeschlossen werden. Zwar widmet sich Luhmann der Knappheit der Zeit in der politischen Planung, aber man kann seine Charakterisierung des Zeitproblems auf die in unserem Begleitforschungsprojekt untersuchten Infrastrukturentwicklungsprojekte übertragen. In Infrastrukturprojekten, die durch Milestones und Deliverables strukturiert sind und die in ihre Struktur keine Zeit für einen reflexiven Raum eingeplant haben, fällt dieser weg. Damit ist nicht gesagt, dass man sich nicht auf der Leitungsebene weiterführende Gedanken über die Infrastrukturentwicklung macht oder dass einzelne Akteure nicht darüber reflektieren. Aber es fehlt an einem zusätzlichen Angebot zur Erweiterung des eigenen Blicks, der in den Routinen des Arbeitsalltags spezifisch gelenkt wird. Daraus ergibt sich die Schlussfolgerung, dass Infrastrukturentwicklung einen reflexiven Raum in die eigene Projektstruktur integrieren sollte. Das zu erarbeitende Modul soll genau hierfür eine Möglichkeit bieten und die Expertise der Wissenschaftsforschung für Forschungsinfrastrukturen und ihr Gelingen bereitstellen.

Produkt:

Das Modul „Reflexive Räume in Forschungsinfrastrukturen – gestalten, öffnen, nutzen“ wird aus verschiedenen Einheiten bestehen: Erstens sollen sozialwissenschaftliche Texte mit relevanten Konzepten aus der Wissenschaftsforschung so aufbereitet werden, dass sie von fachfremden Akteuren auf die eigenen Problematiken in Forschungsinfrastrukturentwicklungen übertragen werden können.

Zweitens wird auf der Grundlage der empirischen Ergebnisse unseres Begleitforschungsprojektes Material generiert, das zur Reflexion der Prozesse in heterogenen Akteurskonstellationen einläd und für die sozialen Dynamiken sensibilisiert.

Unterschiedliche didaktische Formate werden für die Bearbeitung des Materials vorgestellt und zur Verfügung gestellt.

Adressaten:

Das Modul wird Forschungsinfrastrukturprojekten und Kompetenzzentren Lehr-Lern-Einheiten zur Verfügung stellen, die von Forschungsinfrastruktur-Akteuren zur Durchführung von Workshops genutzt werden können. Im Bereich der Geisteswissenschaften werden die Forschungsinfrastrukturen TextGrid, Clarin und Dariah adressiert. Ein weiterer möglicher Adressat sind die Digital Humanities Kompetenzzentren.

Das Modul so vorbereitet, dass die Inhalte durch die Projekte ohne fremde Hilfe benutzt werden können.

Da davon auszugehen ist, dass nicht alle Infrastrukturprojekte die gleichen Probleme und Herausforderungen besitzen, wird das Modul so aufgebaut, dass die Modul-Einheiten einzeln und je nach Bedarf eingesetzt werden können.

Kompetenzzentren für Digital Humanities – Einladung zum Workshop

Am 28. Juni veranstaltet der Digital Humanities Zirkel Berlin einen Workshop zum Thema „Digital Humanities-Kompetenzzentren in Deutschland – Modelle, Erfahrungen und Perspektiven für Berlin”

Vertreter von drei bereits etablierten Digital Humanities Zentren in Deutschland (Trier, Köln, Göttingen) sind eingeladen, über Strategien, Erfahrungen und Perspektiven der jeweiligen Zentren zu berichten. In einer öffentlichen Podiumsdiskussion wird anschließend über mögliche Schwerpunkte eines Kompetenzzentrums in Berlin diskutiert.

Detaillierte Informationen zum Inhalt und Hintergrund des Workshops, der Auftakt einer Serie von Veranstaltungen sein wird, finden sich auf der Homepage des Zirkels.

Zeit und Ort: 28.6.2013, ab 14:45 im Festsaal der Humboldt Graduate School (Luisenstraße 56, Berlin-Mitte)

Die Veranstaltung ist öffentlich, alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

 

 

Zukunft der Wissenschaftsforschung

Eine wichtige Initiative in den Sozialwissenschaften:

Memorandum

Die Zukunft der sozialwissenschaftlichen

Wissenschaftsforschung in Deutschland sichern

 

Weitere Informationen:

http://www.zukunft-wissenschaftsforschung.net/index.html

UPDATE 2013

Begleitforschungsprojekt (Update pdf)

Technische und institutionelle Transformationen der Wissenschaft und deren forschungspraktische Folgen am Beispiel der Geisteswissenschaften (TextGrid) und der Klimaforschung (C3-Grid INAD)

Unser Projekt ist im dritten Jahr angekommen! An dieser Stelle präsentieren wir die geleistete Arbeit und geben einen Ausblick auf die kommenden Monate bis zum Projektende Oktober 2013.

1. Materialerhebung

1.1 Interviews
Insgesamt sind 42 Interviews zu je ca. 120 Min. durchgeführt worden. Wir verfügen also über ein Interviewmaterial von ca. 84 Stunden. Die letzten Transkripte werden zur Zeit überarbeitet und an die Partner zur Freigabe versandt. Wir bedanken uns bei allen Interviewpartnern für Ihre Zeit und Ihre Gesprächsbereitschaft!

1.2 Beobachtungen
TextGrid: Beobachtung mit dem Ende der zweiten Förderphase (Mai 2012) abgeschlossen.
C3-Grid: Beobachtung läuft noch bis zum Ende der zweiten Förderphase Ende 2013.
Fokus der Beobachtungen sind inhaltliche Themen von Techniker- und Konsortialtreffen.

2. Modifikation in der Erhebung
Aus der Materialsichtung (Interviews und Beobachtung) hat sich ergeben, dass eine dritte Interviewrunde zur zweiten Förderphase von TextGrid und C3-Grid INAD nicht notwendig ist. Erstens wurden viele Aspekte bereits in den vorangegangenen Interviews angesprochen (Vermischung der Phasen). Zweitens liegen uns umfassende Beobachtungsdaten zur zweiten Förderphase vor. Drittens sind unsere Ressourcen für eine weitere Erhebung und Auswertung, zusätzlich zum bereits gesammelten Material, knapp.
Für die anstehenden Analysen ist das bislang erhobene Material ausreichend.

3. Auswertung
Erste analytische Sichtungen und Auswertungen haben 2012 begonnen. Der Schwerpunkt der Arbeit in 2013 liegt auf der systematischen Auswertung des Materials.

Es liegen bereits erste Publikationen vor:
Tschida, Ulla (im Erscheinen): Auf der Suche nach dem Artefakt. Zur Materialität von Infrastruktur-Entwicklung, in: Praxeologie. Praxistheorien als Konzepte interdisziplinären Forschens. Tagungsband des SFB ‚Materiale Textkulturen‘.

Palfner, Sonja/Tschida, Ulla (im Erscheinen): Digitale Humanities – Wissenschaft in Arbeit, in: Kintzinger, Martin/Steckel, Sita (Hrsg.): Akademische Wissenskulturen. Praktiken des Lehrens und Forschens vom Mittelalter bis zur Moderne, Ostfildern: Schwabe Verlag.

Palfner, Sonja (2012): Das Deutsche Klimarechenzentrum – Kartographie eines Rechenraumes, in: Hentschel, Klaus (Hrsg.): Zur Geschichte von Forschungstechnologien: Generizität, Interstitialität & Transfer, Diepholz: GNT-Verlag, S. 455-477.

Palfner, Sonja/Tschida, Ulla (2012): Grid: Technologie und soziale Praxis, in: TECHNIKFOLGENABSCHÄTZUNG – Theorie und Praxis 21 (2): S. 50-54. Online verfügbar: http://www.itas.fzk.de/tatup/122/pats12a.htm

Palfner, Sonja/Gramelsberger, Gabriele (2012): Rechenzentrum, in: Marquardt, Nadine/Schreiber, Verena (Hrsg.): Ortsregister. Ein Glossar zu Räumen der Gegenwart, Bielefeld: transcript, S. 231-223.

4. Weitere Aktivitäten

Im Mai 2012  hat eine Präsentation des Begleitforschungsprojektes “E-Science Interfaces” im Kontext des TextGrid Summit  in Darmstadt stattgefunden. Hier wurde der Stand des Projektes vorgestellt und es wurden einige inhaltliche Aspekte mit Partnern aus TextGrid und dem Projektträger (DLR) diskutiert.

Zudem wurden erste Ergebnisse im Rahmen des internen Workshops „Begleitforschung trifft TextGrid und C3-Grid INAD“ am 26.-27.11.2012 den Projektpartnern präsentiert und gemeinsam diskutiert.

5. Nächste Schritte bis Projektschluss

Das Projekt endet zum 31.10.2013. Wie planmäßig vorgesehen, findet 2013 die Auswertung der empirischen Daten inhaltsanalytisch statt.
Dies geschieht in zwei Teilprojekten:
Das erste Teilprojekt beschäftigt sich mit einer sozialwissenschaftlichen Analyse der technischen (Infra)Strukturen, die in den beiden Projekten entwickelt werden.
Das zweite Teilprojekt analysiert den Institutionalisierungs- und Organisationsprozess in C3-Grid und TextGrid.

Im Oktober 2013 wird es voraussichtlich einen  internen Ergebnisworkshop mit den Projektpartnern aus TextGrid und C3-Grid INAD sowie dem BMBF und dem Projektträger DLR geben.

Außerdem ist eine Abschlusskonferenz zum Stand der sozialwissenschaftlichen Infrastrukturforschung  geplant.